Die evangelische Friedenskirche Harheim

Im Jahr 1962 gründete sich im katholischen Harheim eine evangelische Gemeinde. Für die Planung des Baus wurde der Architekt Karl Wimmenauer betraut. In der Urkunde zur Grundsteinlegung steht zum Namen der Kirche: „Erschüttert durch zwei Weltkriege lebt in uns die tiefe Sehnsucht nach Frieden. Das Kirchengebäude wurde 1964 geweiht und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Auf einem quadratischen Grundriss erhebt sich die Friedenskirche als Kubus, deren äußeres Erscheinungsbild durch helle Betonstützen und rote Backsteingefache geprägt ist. Der flachgedeckte Bau fügt sich mit seiner Höhe in die umgebende überwiegend zweigeschossige Wohnbebauung ein.

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Der Glockenturm, der durch einen Gang mit dem Hauptbau verbunden ist, wiederholt das quadratische Motiv. Der Eingang an der Straßenecke führt über eine Freitreppe zum Portal im Turm.

Ein Treppenhaus im Verbindungsgebäude erschließt die übrige Kirche. Zwischen Dach und Backsteinwand gliedert ein Glasband die Fassade. Der Kirchenraum liegt im Obergeschoss während im Erdgeschoss Gemeinderäume sind.

Auch im Innern der Kirche sind die Baumaterialien sichtbar. Es dominieren die Backsteinwände zwischen den Stützen aus Sichtbeton. Unter der Kassettendecke, die ebenfalls aus Beton besteht, ist ein Fensterband aus Buntglas angeordnet. Die abstrakt gestalteten Fenster stammen von Ursula Graeff-Hirsch. Zum Altar hin nimmt die Farbe Rot zu. Insbesondere bei Sonnenschein wird der Altarbereich rot durchflutet und der Gottesdienstbesucher fühlt sich in eine gehobene Stimmung versetzt. Als Fußboden sind Schieferplatten verlegt.

Altar, Pult und Taufbecken wurden vom Architekten entworfen. Sie bestehen aus Schieferelementen, die auf versilberten Stäben stehen. 1972 schuf Erwin Heerich eine Taufschale mit Deckel und Griff in Form einer Taube sowie zwei Altarleuchter und ein Metallkreuz. Ein Kreuz aus Eichenholz an der Altarwand wurde 1990 von G. Hieronymi gefertigt.

In einer Nische neben dem Kamin im Südosten befindet sich die Orgel von Willi Peter aus dem Jahr 1973 mit acht Registern und einem Manual.

Die fünf Glocken wurden von der Glocken- und Kunstgießerei Rincker hergestellt.